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{14. März 2009}   Playstation3: Afro Samurai im Test

Ein Mann. Ein Schwert. Ein Stirnband. Eine Kippe. Afro Samurai. Einer der coolsten Animes der letzten Jahre wird zu Bits und Bytes, setzt sein kreativ gestaltetes Schlitzen interaktiv fort. Ein ambitioniertes Vorhaben, wissen wir doch alle, dass Versoftungen von TV- und Kino-Vorlagen oft genug Grund für kollektives Stirnklatschen sind. Bizarrer Samuraipunk Video: Der Grafikstil von Afro Samurai ist einzigartig, das Spielprinzip ist es nicht. Euch erwartet eine Mischung aus elegantem Schlitzfest und frustrierendem Herumgehüpfe. Die Welt von Afro Samurai beschreiben zu wollen bedeutet, sich darauf einzulassen, dass das Gehirn »Tralööööööt! Määp! Määääp!« macht und sich unter dem Einfluss betrunkener Ameisen in sich selbst verknotet. Denn obwohl die Welt und ein Großteil der in ihr verkehrenden Figuren stark nach feudalem Japan des 18. Jahrhunderts riecht, ist nicht nur der stark gebräunte Held des Spiels ein offensichtlicher Stilbruch. Denn hier erwarten den Spieler zum einen Bambuswälder und Kimonos, zum anderen Raketenwerfer und Handys. Zum einen Buddha-Statuen und Holzhäuser, zum anderen Nachtsichtgeräte und Flammenwerfer – und der Oberbösewicht ist ein bizarrer Cowboy. Eine alternative Comic-Realität, die man vielleicht als »Samuraipunk« bezeichnen könnte. In dieser wird der junge Afro Zeuge des Kampfes seines Vaters gegen erwähnten Obermotz Justice. Das Duell der beiden dreht sich um ein Kopfband namens »Number One«, welches die Stirn des mächtigsten Kriegers der Welt (Afros Vater) warm hält. Jedenfalls so lange, bis er vom Träger von »Number Two« (Justice) herausgefordert wird, was in diesem Fall mit dem rollenden Kopf von Afros Vater endet. Die Konsequenz ist natürlich: Rache. Jahre später hat Afro endlich den neuen Träger von Number Two aufgespürt, bindet sich nach einem harten Kampf das Teil um seine wallende Haarpracht und hat damit endlich auch das offizielle Recht, den Oberlachsack zum Duell herauszufordern. Inspirierte Pinselstriche Den Großteil der schnell zusammengefassten Story spielt man selbst, die Lücken werden von Echtzeit-Zwischensequenzen gefüllt. Wobei »gefüllt« das falsche Wort ist, denn ohne Vorkenntnis der Serie bleiben ausschließlich Fragezeichen zurück: Warum Okiku davon schwafelt, Gestatten: Coole Sau. Das Spiel folgt der Erzählweise des Animes, füllt aber theoretisch erzählerische Lücken. Praktisch dürften allerdings auch Kenner der Vorlage Probleme haben, der Geschichte zu folgen. dass sie schon tot ist, wer oder was Ninja Ninja eigentlich sein soll oder wer diese Brüder mit den Zahlen sind wird mit keiner Silbe erklärt. Aber auch Kenner der Vorlage werden ihre Schwierigkeiten haben, dem Erzählten zu folgen, hält es sich doch nicht sklavisch an die Vorgaben, sondern spinnt die Geschichte zum Teil auf eigene Weise weiter – eine Art »Was sonst noch so passiert ist« im Stile von Enter The Matrix und Lost – Das Spiel . Immerhin ist die Inszenierung der Erzählung eine Augenweide, was aber auch kein Wunder ist, denn der gesamte Grafikstil ist ebenso einzigartig wie brillant: Das Gezeigte einfach als »Cel Shading« zu bezeichnen wäre zwar nicht falsch, würde dem Stil aber einfach nicht gerecht werden. Die Levels wirken wie mit leichten Wasserfarben gemalt, zeigen dicke, wie gepinselt aussehende Kanten. Die Figuren sind nicht flach texturiert wie in XIII , sondern zeigen eine Schraffur, die an Kohlezeichnungen und Skizzen erinnert. Dazu gibt’s noch coole, dezent bizarr wirkende Haare, die wild auf den Köpfen von Afro und Ninja Ninja (sowie unter dem Kinn von Brother Two) herumwabern – sowie Animationen, die weicher sind als ein Kirschblütenblatt, das sich im japanischen Frühlingswind wiegt. Grafik-Perfektion also? Leider nicht, denn unter all die überirdischen Feinheiten mischen sich ganz irdische Technikmängel: So rollen sich Schatten teilweise nur wenige Meter vor Afro auf, gelegentlich (auf PS3 öfter als auf 360) gerät die Action leicht ins Stocken. Und im Gegensatz zu den wichtigen Figuren ist ein Großteil der Standardgegner zwar nicht hässlich, aber deutlich weniger aufwändig animiert.



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